| AACZ - Expedition Aksay 1998 |
Nachdem der AACZ in jüngerer Zeit alpinistische Unternehmungen im Hindukusch (1972), am Mount McKinley (1979) und im chinesischen Gebiet des Minya Konka (1981) durchgeführt hat, wurde eine Fortsetzung der Expeditionstradition mehrfach erwogen, ohne dass die Pläne je über ein vages Stadium hinaus gediehen wären. Der Anstoss, im chinesischen Xinjiang unser Ziel zu suchen, stammt von Roman Boutellier. Er hatte sich von einem Vortrag zur Erstbesteigung des über 7700 Meter hohen Kongur von Chris Bonington anregen lassen. Auf einem Bild in Boningtons Buch zum Thema sind in der Ferne jene Berge auszumachen, die wir dann schliesslich aufsuchen sollten. Aktiven-Präsident Stefan Lüthi sammelte weitere Informationen und trieb die Organisation dieses neuen Unternehmens voran. Im Sommer 1996 - die Expedition war für das folgende Jahr geplant - kam Stefan im Alpstein ums Leben. Trotz Schock und Trauer unternahm die Gruppe von Teilnehmern, die er zuvor um sich geschart hatte, weitere Schritte zur Vorbereitung; allerdings verschob man den Termin um ein Jahr.
Informationen über das Gebiet zu finden, erwies sich als fast unmöglich. Trotz der verkehrsgünstigen Lage nahe Kashgar und dem Karakorum Highway hatte jahrzehntelang nur chinesisches Militär das Grenzgebiet zur damaligen UdSSR betreten. Abgesehen von grossmassstäblichen Karten meist russischer Provenienz und ein paar dürftigen Hinweisen fand sich zunächst nichts Aufschlussreiches. Offensichtlich hatten weder chinesische noch andere Alpinisten je diese Gebirgsgruppe besucht und darüber berichtet. Aus den Karten ging hervor, dass die Bergkette etwa vier Gipfel über 6000 Meter aufweist, wovon nach Auskunft der Xinjiang Mountaineering Association (XMA) der höchste, der dem Highway am nächsten liegt, bereits bestiegen ist. Wir wussten nichts über den Charakter dieser Berge, ihre alpintechnischen und logistischen Schwierigkeiten oder über die Bedingungen für ein Basislager. Auf den Karten der 60er Jahre waren zwar Fahrwege eingezeichnet, aber ob und wie diese passierbar waren, blieb uns ein Rätsel. Auch die XMA konnte uns hier trotz regem Fax-Austausch nicht weiterhelfen.
Im Sommer 1997 reiste schliesslich eine dreiköpfige Rekognoszierungsgruppe (Michael Altorfer, Klaus Minges und Edgar Schuler) in das vorgesehene Expeditionsgebiet. Wir wollten das Gebiet und seine Zufahrt erkunden, nach einem geeigneten Platz für ein Basislager Ausschau halten, die zu erwartenden alpinistischen Schwierigkeiten einschätzen und, nicht zuletzt, das Angebot der chinesischen Expeditions-Organisation testen. Diese Ziele wurden auch alle erreicht. Am 17. Juli krönte die Gruppe ihre Rekognoszierung gar mit der Besteigung des 6200 Meter hohen Budunseltau.
Edgar Schuler
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Akademischer Alpen-Club Zürich
AACZ / 15. Apr. 2005 (ab) info@aacz.ch |